Ist
Weßnig die älteste der
hiesigen christlichen
Kirchen ?
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brachte interessante
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und Belgern wurden schon
im Jahre 973, Weßnig
erst 242 Jahre später
erstmals urkundlich
erwähnt. Und trotzdem
sei Letztere die älteste
Kirche der Umgebung. Die
Torgauer sei eine
Gründung des Wettiners
Thimo in der zweiten
Hälfte des 11.
Jahrhunderts und verblieb
zunächst beim Sprengel
Weßnig. Erst "nach
1255 habe Bischof Konrad
von Meißen die Kirche in
Torgau deutlich von den
beiden Pfarrkirchen
Weßnig und Altbelgern
unterschieden." Die
zunehmende Bedeutung der
Stadt Torgau, die zur
wettinischen Residenz
wurde, hat dazu geführt.
Torgau wurde Sitz eines
Landesdekanats, während
Weßnig zur
Bedeutungslosigkeit
herabsank. Warum aber
gerade Weßnig anfangs
eine solche Bedeutung
hatte, bleibt ein
Geheimnis. Seine Lage im
Zentrum eines rein
slawischen
Siedlingsgebietes dürfte
ein Grund dafür sein.
Am Anfang
stand Bekehrung
Nach der
deutschen Besitznahme
galt das eroberte
Slawenland in seiner
Gesamtheit als
Königsland. Nur über
die Ansiedlund deutscher
Siedler und die Bekehrung
der verbliebenen
Bevölkerung zum
Christentum konnte eine
Befriedung des Landes
erreicht werden.
Kirchliche Stützpunkte
mussten geschaffen
werden. Drei Arten kannte
man damals, die
Burgkirche in den
Befestigungen entlang der
Elbe, die Landeskirchen
für die außerhalb der
Burg wohnende christliche
Bevölkerung und
"einen sehr alten
Kirchetypus, die
Missionsstation,
ursprünglich ohne festen
Sprengel." Eine
solche wurde in Weßnig
gegründet. Bei
Schlesinger heißt es
dazu: "Die Weßniger
Kirchfahrt umfasste 1529
außer drei Vorwerken nur
noch vier Beidörfer,
darunter das Dorf
Mehderitzsch, das 1251
der Weßniger Kirche ganz
gehörte und ihre
ursprüngliche
Ausstattung gebildte
haben muss, ein weiteres
Zeichen ihren hohen
Alters. Nicht bei den
Landesburgen Belger und
Torgau, sondern abseits
davon ist wiederum hier
eine Missionsstation
gegründet worden.
Weshalb gerade in
Weßnig, wissen wir
nicht, denn ein Bericht,
wie wir ihn von anderen
in Thietmars Chronik
besitzen, fehlt."
Anfangs gehörte das
Schildauer
Siedlungsgebiet zu
Eilenburg. In Eilenburg,
seit dem Jahre 1000 im
Besitz der Wettiner, war
noch 1161 das Pfarrrecht
mit der Burgkapelle
verbunden. Um 1070 hattte
man die Mulde als
Bistumsgrenze zwischen
Magdeburg und Meißen
festgesetzt. Aber noch
1161 war Eilenburg der
kirchliche Mittelpunkt
für den hiesigen
Allodialbesitz des
Markgarfen Dietrich von
der Lausitz, der sich bis
an das Waldgebiet um
Schildau hinüberzog, das
damals gerodet wurde. Die
Parochie muss also um
1070 bereits bestanden
haben und auch bestehen
geblieben sein. Auch die
große Pfarrei Altbelgern
kam 1070 zu Meißen.
Belgern wurde bereits 973
als Hauptort der
Landschaft Nicici
genannt. Auch Thietmar
gedenkt des Ortes
wiederholt. Er war zu
jener Zeit ein wichtiger
Platz an der mittleren
Elbe, den die Polen 1017
vergeblich belagerten, in
dem 1010 ein Hoftag
stattfand, wo sich das
Heer für einen Feldzug
gegen Polen sammelte.
Eine Kirche wird hier
früh vorhanden gewesen
sein, obwohl sie in
Urkunden erst 1202
auftaucht. Mit der von
Altbelgern ist sie nicht
identisch, denn die Burg
mit der dazugehörigen
Kapelle lag links,
Altbelgern ziemlich weit
abseits auf der rechten
Elbseite. Zu Altbelgern
gehörten acht
Tochterkirchen mit mehr
als 60 Dörfern. Die
Mehrheit waren slawische
Altsiedlungen. Die
Größe der Altbelgerner
Parochie deutet auf ihr
hohes Alter hin. Heute
ist Altbelgern ein
unbedeutender Ort, mit
Belgern nicht
vergleichbar. Ihre alte
Bedeutung hat die Kirche
nicht bewahren können.
Die aufstrebende Stadt
Mühlberg übernahm sie,
in ihr war später auch
der Sitz eines
Erzpriesters.
Weßnig war
die Mutterkirche
Ähnlich war
das Schicksal einer
weiteren Pfarrei an der
Elbe, die Altbelgern an
Alter noch übertrifft
und in der
Kirchengeschichte als die
älteste in dieser Gegend
gesehen wird. Sie befand
sich in Weßnig. 1251
erscheint sie in enger
Verbindung mit der Kirche
von Torgau, an die sie
später ihre Bedeutung
verlor. Die Pfarrkirche -
parochia - in Weßnig und
die Kirche - ecclesia -
in Torgau hatten damals
zusammen 15
Filialkirchen. Man
könnte der Meinung sein,
die von Torgau sei die
ältere und auch die
bedeutendere Kirche, denn
wie Belgern erscheint
auch Torgau bereits 973
als Burgmittelpunkt einer
Landschaft
Klein-Neletici, und 1119
befand sich hier ein
wettinisches Herrengut,
bei dem auch ein Markt
vorhanden war. Weßnig
dagegen war stets ein in
weltlicher Hinsicht
unbedeutendes Dorf,
dessen Namen allerdings
im 13. Jahrhundert ein
Herrengeschlecht der
Wettiner annahm. Als
erster wird im Jahre 1215
Otto von Wehsenig
erwähnt, als Vasall
Ottos, Vogt von
Eilenburg. Um diese Zeit
stellt man "die
parochia in Weznik der
ecclesia in Turgowe"
voran und ordnet sie
deutlich über. Als im
Jahre 1243 alle drei
Kirchen (Weßnig, Torgau
und Altbelgern) von
Markgraf Heinrich dem
Erlauchten dem
Jungfrauenkloster in
Torgau geschenkt wurden,
stand auch die Kirche in
Altbelgern im gleichen
Verhältnis der
Unterordnung zu der in
Weßnig. Eine
Neuregulierung erfolgte
wahrscheinlich Mitte des
13. Jahrhunderts. Aus der
Pfarrei Weßnig wurde
zwischen 1243 und 1251
die Pfarrei Altbelgern
ausgeschieden, wo einen
Filialkirche schon lange
existierte.
Wenn aber
Weßnig die Mutterkirche
von Altbelgern ist, so
muss sie bereits im 10.
Jahrhundert gegründet
worden sein, lange vor
der Ersterwähnung des
Ortes. Abseits einer Burg
hat man hier im
slawischen
Siedlungsgebiet einen
sehr alten Kirchentypus,
eine Missionsstation
gegründet, ursprünglich
ohne festen Sprengel
(Bezirk). Durch Schenkung
aus Königsbesitz sei sie
vermutlich im 11.
Jahrhundert als deren
Eigenkirche in den Besitz
der Wettiner gelangt.
Quellen:
Kirchengeschichte
Sachsens im Mittelalter /
Schlesinger;
Besitzstand des Kloster
Nimbschen in und um
Torgau / Seidel, StA. Tg.
H.-J.
Füssel
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